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Abgasreinigung mithilfe eines Hybrid-Nasswäschers auf dem TT-Line-Schiff Nils Dacke

Der im Schiffstreibstoff enthaltene Schwefel wird während der Verbrennung in Schwefeloxide (SOx) umgewandelt. Eine Möglichkeit SOx zu reduzieren ist, es durch Reinigungstechnologien aus den Abgasen zu entfernen. Grundsätzlich bestehen zwei verschiedene Möglichkeiten zur Reinigung von Schiffabgasen.

Eine Option sind sogenannte Nassreinigungssysteme, die häufig als „Wäscher“ bezeichnet werden. In einem Wäscher werden die Abgase durch fein zerstäubtes Wasser geleitet, das die Schwefelverbindungen absorbiert. Wäscher können so entworfen werden, dass sie entweder in einem offenen Prozess (Open-Loop), im geschlossenen Kreislauf (Closed-Loop) oder in beidem betreiben werden können.

Offener Prozess bedeutet, dass Meerwasser, welches eine natürliche Fähigkeit zur Absorbtion von SOx besitzt, durch den Wäscher gepumpt und anschließend zurück ins Meer geleitet wird. Im geschlossenen Kreislauf-Betrieb hingegen zirkuliert das Wasser im System, wobei die Zugabe von Chemikalien erforderlich ist.

Hybrid scrubber

Eine weitere technische Option zur Reinigung von Abgasen sind Trockenabsorber, die Kalziumhydroxid-Granulat verwenden, um SOx zu absorbieren. Als Endprodukt des Prozesses entsteht Gips, der an Bord gelagert und an Land entsorgt werden muss.

Ein Nachteil beider Arten der Abgasreinigung ist der Raum, der hierfür an Bord benötigt wird, und das zusätzliche Gewicht, das sich auf mehrere hundert Tonnen belaufen kann. „Trockenwäscher“ beanspruchen sogar mehr Raum als nasse Systeme und sind zudem schwerer. Der Einbau von Wäschern auf vorhandenen Schiffen kann eine Herausforderung sein.

Nach langen Untersuchungen entschied sich TT-Line für die Installation eines Hybrid-Nassreinigungssystems (Open- und Closed-Loop-Kombination) der finnischen Firma Wärtsilä. Dieses System wurde 2014 auf dem RoPax-Schiff M/S Nils Dacke installiert und besteht aus insgesamt vier Wäschern – einer pro Dieselmotor. Um den hierfür nötigen Platz zu schaffen, mussten zwei neue Schornsteine gebaut und auf dem Schiff installiert werden, wo sie zwei alte ersetzten.

Der erforderliche Platz für weitere Hilfsanlagen wie Pumpen, Separatoren, Tanks, Schaltschränke usw. konnte nur durch die Schaffung von zwei neuen Maschinenräumen gefunden werden, die von einem vorhandenen Laderaum abgetrennt wurden. Hierdurch wird die Ladekapazität des Schiffs beeinträchtigt, aber ein großer Teil des Systems befindet sich auf diese Weise weit unten im Schiff, wo es ein Gegengewicht zum Gewicht der Wäscher in den Schornsteinen bildet.

Funnel

Wenn eine gut konzipierte und praktikable Lösung für einen Einbau gefunden werden kann, dann stellen Wäscher eine gute Möglichkeit dar, Luftemissionen von Schiffen zu reduzieren, wobei sich dies nicht nur auf SOx, sondern auch auf Partikel bezieht. Gleichzeitig kann ein wirtschaftlich solider Schiffsbetrieb sicher gestellt werden, indem die Verwendung teuerer Treibstoffe vermieden wird.

 

 

 

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