Mit der Ablieferung der Nils Holgersson (III) am 08.04.1975 durch die Nobiskrug-Werft aus Rendsburg setzte TT-Linie das zweite Schwesterschiff der neuen Generation in Dienst.
Mit 12.515 BRT, 148,9 Metern Länge, 23,5 Metern Breite und einer Kapazität von 1800 Passagieren sowie 440 Pkw, versahen Nils Holgersson (III) und ihr Schwesterschiff Peter Pan (II) den Fährdienst von Travemünde nach Trelleborg, mit bis zu drei Abfahrten am Tag und einer Dienstgeschwindigkeit von 21 Knoten.
Gleich nach der Ablieferung durch die Werft ging die Nils Holgersson (III) auf Jungfernfahrt nach Leningrad, Göteborg, Oslo und Malmö, um sich ihrem Publikum vorzustellen als eine neue Fährschiffgeneration, die die Fährüberfahrt zum Ziel macht und nicht nur als Transportmittel fungiert.
Das Interieur der Nils Holgersson (III) bot den Passagieren eine Vielzahl von Annehmlichkeiten, die man bis dato nur von Kreuzfahrtschiffen kannte. Verschiedene Bars und Restaurants, eine Diskothek, das Fitnesscenter, ein Solarium, die Sauna, der Nachtklub, die Konferenzräume und das Kinderspielzimmer waren für ein Fährschiff zu dieser Zeit absolut unüblich, und so blieben die Schiffe bei ihren Passagieren mehr als Kreuzfahrtschiff statt als Fähre in Erinnerung. Besonders Innen- und Außenpool trugen hierzu bei. In den ersten vier Jahren nach der Indienststellung durch die TT-Line ging die Nils Holgersson (III) von Weihnachten über den Jahreswechsel sogar auf Kreuzfahrt zu den Kanaren, nach Madeira, Casablanca, Tanger und Lissabon.
1981 schloss sich TT-Line mit dem schwedischen Konkurrenten Saga-Linjen zusammen, die aus einem Zusammenschluss von Trave-Line (Travemünde–Helsingborg) und der Reederei Svenska Lastbil (Travemünde–Malmö) entstanden war. Seither fuhren die Nils Holgersson (III) und ihr Schwesterschiff Peter Pan (II) mit dem Schriftzug „TT-Saga-Line“ von Travemünde nach Trelleborg.
Nils Holgersson (III) wurde Ende 1984 bei der Rendsburger Werft Nobiskrug nach den Wünschen des australischen Käufers TT-Line Tasmanien (Transport Tasmania) umgebaut. Unter anderem wurden auf dem Achterdeck weitere Kabinen für die Unterbringung der Besatzung installiert, da die Unterbringung der Besatzung unter den Autodecks im neuen Fahrtgebiet nach geltendem Recht, nicht gestattet war. Im April 1985 wurde die Nils Holgersson schließlich in Abel Tasman umbenannt und zur Überführungsreise klar gemacht.
Die Abel Tasman startete am 18. Mai 1985 ihre Überführungsfahrt und wurde am 29. Juni 1985 in den Liniendienst von Melbourne nach Davenport gestellt. Selbst mit ihrem Alter von 10 Jahren konnte sie auch im Fährverkehr auf der Bass-Street erneut einen neuen Standard einführen.
1993 kam schließlich die erneute Ablösung durch die Peter Pan (III), die von Transport Tasmania in Spirit of Tasmania umbenannt wurde. Am 29.11.1993 war schließlich ihre letzte Reise auf der Route, und Nils Holgersson (III) wurde in Davenport aufgelegt.
Im April 1994 kaufte die griechische Reedereigruppe Ventouris die Abel Tasman von TT-Line Tasmanien und taufte sie auf den Namen Pollux. Noch am selben Tag ging sie auf Überführungsreise nach Piräus, wo sie am 27.05.1994 einlief.
Zuerst bot Ventouris das neu erworbene Schiff als Hotelschiff für die EU-Konferenz im Juni 1994 auf Kreta an. Ab dem 21. Juli 1994 wurde die Pollux für Ventouris auf der Route Igouminitsa–Bari eingesetzt. Ventouris verkaufte die Pollux 1995 an den Konkurrenten NEL-Lines (Maritime Company of Lesvos).
NEL-Lines taufte das Schiff nach dem griechischen Maler Theofilos, der von der Insel Lesvos stammt und betreibt mit ihr seither die Route Pireus–Lesos–Chios–Thessaloniki.
Die Reederei ließ verschiedene Bereiche des Schiffes umbauen, um den Passagieren einen besseren Service anbieten zu können und um den täglichen Betrieb zu erleichtern. Um einen besseren Überblick während der Anlegemanöver nach vorne zu haben, wurden auf den Brückennocken zwei weitere Fenster eingebaut. Am Schornstein der Theofilos wurde der bereits während der Neubauphase konstruierte und montierte Abweiser verstärkt, der dafür sorgen sollte, dass die Abgase des Schornsteines bei ungünstigen Windbedingungen nicht auf die Achterdecks geweht werden.
Die von TT-Line Tasmanien installierten Kabinen werden von NEL-Lines inzwischen an Passagiere verkauft, da ein großer Teil der Besatzung wieder unter den Autodecks untergebracht ist.
In den letzten Jahren wurden viele Fährschiffe in Griechenland als fahrende Werbetafeln entdeckt. Dieses ging auch an der Theofilos nicht vorbei, sodass sich ihre Farbgebung ein wenig untypisch entwickelt hat. Seither ist sie mit Werbung eines Elektronikkonzernes an der Bordwand auf See.

Diese Werbung wurde im Sommer 2004 während der Olympischen Spiele in Athen temporär entfernt, da Werbung von Nicht-Sponsoren der Olympiade im Hafengebiet von Piräus nicht gestattet war.
Marius Carta